MISSY - Metadata for Official Statistics @ German Microdata Lab

Armutsmessung mit dem Mikrozensus

Die Schätzung von Armutsrisikoquoten mit Konfidenzintervallen (2026)

Beginnend mit dem Erhebungsjahr 2005 veröffentlichte die amtliche Statistik Armutsrisikoquoten (ARQ) für die Gesamtbevölkerung und für ausgewählte Subpopulationen auf Basis von Mikrozensusdaten (MZ). Im Vergleich zu anderen Datenquellen hat der MZ aufgrund der sehr großen Stichprobe einige Vorteile für die Schätzungen der ARQ auf regionaler Ebene wie auch für kleinere Bevölkerungsgruppen. Da die Angaben zum Haushaltsnettoeinkommen nur klassiert vorliegen, ist dies etwas aufwändiger. Das Papier beschreibt das Vorgehen für die Gesamtbevölkerung und für die Gruppe der alleinerziehenden Haushalte. Die ARQ werden sowohl für den Bundes- als auch für den Landesmedian geschätzt. Die Validierung erfolgt einerseits anhand der veröffentlichten amtlichen ARQ, andererseits auf Basis von EU-SILC-Daten. Darüber hinaus wird eine designbasierte Varianzschätzung vorgestellt. Die so ermittelten Standardfehler und Konfidenzintervalle helfen dabei, die stichprobenbedingte Variabilität der Schätzungen bei der Interpretation der Ergebnisse im Fokus zu behalten. R- und Stata-Programme dokumentieren die Schätzungen mit den Scientific-Use-Files des MZ 2005 bis 2022.

Wirth Heike, und Bernhard Schimpl-Neimanns (2026). Mikrozensus - Die Schätzung von Armutsrisikoquoten mit Konfidenzintervallen. GESIS Papers, 2026|02. Köln: GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. [.pdf]

Stata Programmcode:

  • Mikrozensus 2023: Die Schätzung von Armutsrisikoquoten mit Konfidenzintervallen [.do]
  • Mikrozensus 2005 - 2022: Die Schätzung von Armutsrisikoquoten mit Konfidenzintervallen [.7z]

R-Programmcode:

  • Mikrozensus 2023: Die Schätzung von Armutsrisikoquoten mit Konfidenzintervallen [.R]
  • Mikrozensus 2005 - 2022: Die Schätzung von Armutsrisikoquoten mit Konfidenzintervallen [.7z]

Methodische Aspekte und Umsetzung für Querschnitts- und Trendanalysen (2015)

Obgleich der Mikrozensus für zeitvergleichende und subgruppenbezogene Analysen relativer Einkommensarmut wesentliche Vorzüge bereithält, wird er in der Armutsforschung bislang wenig genutzt. Als ein möglicher Grund hierfür kann die im Vergleich zu anderen Datenquellen recht aufwändige Berechnung von Maßen zur Einkommensarmut erachtet werden, die aus der klassierten Erhebung des Haushaltseinkommens im Mikrozensus resultiert. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass die klassierte Einkommenserhebung des Mikrozensus gerade für zeitvergleichende Armutsanalysen problematisch und daher ein rechnerischer Umweg notwendig ist. Unter einfacher Verwendung der Klassenmitte besteht die Gefahr, Artefakte in Zeitreihen zu erhalten und eventuell fehlerhafte sozial­politische Schlussfolgerungen zu ziehen. Das in diesem Beitrag bereit gestellte Syntax-Tool zur Berechnung haushaltsspezifischer Armutswahrscheinlichkeiten stellt als Umsetzung des Berechnungsansatzes von Stauder und Hüning (2004) eine Möglichkeit dar, um diesen Problemen zu begegnen.

Boehle, Mara (2015): Armutsmessung mit dem Mikrozensus: Methodische Aspekte und Umsetzung für Querschnitts- und Trendanalysen. GESIS Papers 2015/16. Köln: GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. [.pdf]